Natur und Integration «Zäme ungerwägs si»

Natur und Integration «Zäme ungerwägs si»

Sonntag, 8. September 2019

Ein wundervoller Tag bei Regenwetter

Ist es für den Erfolg eines Tages Voraussetzung, dass schönes Wetter herrscht? Mitnichten, wie wir es am Sonntag erleben durften.

Wir trafen uns um 09:30 Uhr am Bahnhof in Herzogenbuchsee. Noch war die Truppe nicht ganz so gross (ca. 15 Personen). Die Hälfte machten dabei Asylbewerbende aus. Mit Autos dislozierten wir in den Eggen in Niederönz. Von hier wanderten wir nun via Burghof an den Äschisee, dann via Kirche Äschi an die Kantonsgrenze Solothurn / Bern am Beginn des Önzbergs. Pünktlich ab da begann es zu regnen und von hier weg blieb der Regen meistens Begleiter unserer Wander-gruppe. Wir liessen uns zur ersten Rast nieder und bevor wir weiter gingen machten wir unter Heidis Anleitung ein erstes Spiel, wo es darum ging, die Namen der Mitwandernden zu memorieren.

Es ging dann weiter über den Önzberg zur Waldhütte der gemischten Gemeinde Röthenbach. Diese steht direkt über dem Tunnelsystem der Bahn 2000, wo die Abzweigung Richtung Solothurn über das Trassee Richtung Bern gezogen wurde. Beide Linien verlaufen dabei in Tunneln. Hier gabs am Lagerfeuer Schlangenbrote zum Selberbacken und einen prima Reissalat. Zudem erhielt unsere Gruppe zahlreichen Zuzug von weitern Kindern und Erwachsenen aus Afghanistan, Syrien, Eritrea usw. Wir versuchten uns hier auch noch im Singen und das gar nicht so übel.

Frisch gestärkt zogen wir über Wanzwil zum Gishübel und in den Unterwald hinab, wo der Weg der nun offen geführten Bahn 2000 folgt. Bei der Wildquerung überquerten auch wir das Bahntrassee,  querten die Zürich-Bern Strasse und erreichten schon bald die Burgerhütte im Badwald. Leider war es nicht möglich, im Freien zu bleiben, aber unser Trupp fand gut Platz im gemütlichen Aufenthaltsraum. Hier gab es nun weitere Spiele nach Ideen von Heidi, an denen sich insbesondere die Asylbewerbenden mit ihren Kindern beteiligten (Fruchtsalat à ich bin ein Apfel, eine Birne usw.; Geschichte von Meyers Urlaub erzählen; Schoggi bis genug, aber mit Schikanen, geniessen). Die Freude am Geschehen war inzwischen unüberhörbar.

Die Asylbewerbenden haben ganz unterschiedliche Deutschkenntnisse. Eine Kommunikation ist aber mit allen möglich und wird, oft unter Zuhilfenahme der Kinder, welche eine Sprache halt viel schneller lernen, schnell selber zu einem unterhaltsamen Spiel. Man muss die schlimmen Monate, welche hinter ihnen liegen nicht ansprechen. Das Hier und Jetzt zählt und die Stunden in der Waldhütte offenbaren mir Leute, welche die unbeschwerten Augenblicke hier einfach nur geniessen. Nach dem feinen Spaghetti-Znacht ist es schon bald einmal dunkel. Der Regen hat aufgehört. Mit einer Polonaise für alle beschliessen wir den Tag, der für mich eine Perle in meiner Erinnerung bleiben wird.

Herzlichen Dank den Leuten von der Flüchtlingshilfe, den DeutschlehrerInnen, aber auch den Buchsi-Naturfreunden, die zum wiederholten Male diesen Anlass, im Sinn einer gegenseitigen Integrations-hilfe, durchführten.

Paul Bayard, NF Sektion Langenthal

Nach oben