Hochtour La Luette (14./15.07.2019)

Hochtour La Luette (14./15.07.2019)

Zu dritt reisen wir bereits am Samstag 13. Juli ins Val d’Hérens nach Grand Dixence. Die Talenge wird durch die imposante 276 m hohe Staumauer abgesperrt. Mit der Bahn fahren wir auf die Höhe der Staumauer. Der Lac de Dix, der grösste Stausee der Schweiz, wird von einer abwechslungsreichen Bergwelt eingerahmt. Oberhalb der Comb de Prafleuri wandern wir inmitten des Bergfrühlings in die gleichnamige Hütte. Hier erhaschen wir den ersten Blick ins Hochgebirge. Die Hütte ist geschlossen wegen der Bettwanzen, die sich hier niedergelassen haben. Auf demselben Weg gelangen wir zurück, fahren hinunter und checken ein im Hotel Barragge, welches in den Baujahren der Staumauer von 1951 bis 1961 erstellt wurde und als Unterkunft diente. Ein besonderes Haus an einem besonderen Ort.

Am Sonntagmorgen haben wir noch Zeit ins Museum zu gehen und etwas über die Geschichte dieses Bauwerks zu erfahren.

Bald schon treffen unser Leiter und drei weitere Gäste ein. Wieder fahren wir hoch und beginnen unsere Wanderung zur Cabanne de Dix. Zuerst geht es auf einem Fahrweg dem See entlang, wir biegen ab und wandern bergwärts über den Pas du Chat, auf schmalem, steinigen Bergweg in die Hütte, die auf einer Anhöhe „thront“. Nun sind wir mitten drin in der Welt der Glaciers. Auch hier ist der Rückgang der Gletscher gut zu erkennen. Wir schauen hoch zur La Luette, unserem morgigen Ziel, so meinten wir noch. Wir wissen, dass in der Nacht eine Schlechtwetterstörung über die Gegend zieht.

Und wirklich – am Morgen erwartet uns eine eingeschneite Landschaft. Die Wolken hängen tief – was tun wir? Der Leiter entscheidet sich mit uns direkt über den Pas de Cheères nach Arolla zu wandern. Ein Unterfangen, das unsere höchste Konzentration und guten Mut abverlangte. Der Weg führt über eine Gletscherzunge, wir überspringen zwei Eisbäche und dann geht es steil über einen überschneiten Steinweg bergaufwärts zum Pas de Chèvres, der am obersten Stück nur durch senkrecht stehende Leitern erzwungen werden kann. Es wird ein anstrengender Aufstieg.    
Oben angekommen sind wir stolz auf das Geschaffte. Gut durchatmen, etwas trinken und einen Abstieg von 1300 Hm unter die Füsse nehmen. Unsere Beine, die Konzentration und die Freude am Unterwegssein bringen uns nach zwei Stunden aus dem Schnee in den Bergfrühling. Die Pflanzen und Blumen schüttelten den letzten Rest des Schnees von sich der Sonne entgegen. Angekommen in Arolla gibt es das wohlverdiente Glas Walliser Weisswein. Mit dem Postauto fahren wir 40 km durch eine zum Teil schroffe, dann wieder liebliche und entzückende Landschaft zurück nach Sion. Annemarie  
Nach oben